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Aus dem Wunderwald

Der Wichtelbrief: Was schreibt Wanda?

9. Juni 2026 · von Wanda · Wichtelblog

Handgezeichnete Wichteltür zum Beitrag: Der Wichtelbrief: Was schreibt Wanda?
Handgezeichnet von Julia, KI-frei.

Der schönste Augenblick der ganzen Wichtelzeit ist oft der leiseste: wenn ein Kind morgens einen winzigen Brief vor der Tür findet und ihn ganz langsam, mit großen Augen, entziffert. Darum werde ich am häufigsten gefragt, was denn nun eigentlich drinstehen soll. Hier ist mein Geheimnis, und es ist herrlich simpel.

Ein guter Wichtelbrief ist kurz. Drei, vier Zeilen reichen, denn so eine kleine Hand schreibt langsam und wird schnell müde. Er ist freundlich und nie belehrend. Ein Wichtel schimpft nicht und gibt keine Hausaufgaben auf. Er staunt, er bedankt sich, er stellt eine kleine Frage. „Danke für die Krümel, sie waren wie ein ganzes Festmahl. Hast du auch schon den Mond gesehen?“ So etwas in der Art.

Schreibt klein und ein bisschen krakelig, mit Bleistift, gern auf zerrissenem Papier. Perfektion verrät den Zauber. Wenn euch nichts einfällt, greift auf das zurück, was am Vortag passiert ist. Das Kind hat geteilt, getröstet, mutig etwas Neues probiert. Ein Wichtel, der das bemerkt hat, ist tausendmal wertvoller als jeder Streich.

Und keine Sorge, wenn die Antwort eures Kindes erst nur ein Gekritzel ist. Genau dafür sind diese Briefe da. Sie sind die erste Brieffreundschaft im Leben, ganz ohne Druck, nur mit Herz. Ich hebe übrigens jeden einzelnen auf, in einer kleinen Schachtel unter der Wurzel. Das solltet ihr auch tun.

Eure Wanda

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