Irgendwann kommt der Tag, an dem der kleine Freund weiterzieht. Vielleicht ist die Adventszeit vorbei, vielleicht ruft der Wunderwald, vielleicht spürt ihr einfach, dass es Zeit ist. Bitte lasst ihn nicht über Nacht spurlos verschwinden. Ein guter Abschied ist genauso wichtig wie der erste Zauber, manchmal sogar wichtiger.
Kündigt ihn an, ein, zwei Tage vorher, mit einem letzten Brief. Der Wichtel darf sagen, dass er bald aufbricht, dass es ihm hier sehr gefallen hat und dass er bestimmt wiederkommt, wenn der Wind wieder von den Bergen weht. So bekommt das Kind Zeit, sich zu verabschieden, ein Bild zu malen, ein letztes Krümelchen hinzulegen.
Am Abschiedsmorgen ist die kleine Tür dann geschlossen, vielleicht liegt ein winziges Erinnerungsstück davor: ein glatter Stein, eine Feder, ein Knopf als Andenken. Manche Familien lassen das Türchen einfach an der Wand, leise und leer, als Versprechen für nächstes Jahr. Das finde ich besonders schön.
Erklärt eurem Kind, dass Weggehen nicht dasselbe ist wie Vergessen. Der Wichtel nimmt jede gemeinsame Nacht mit, so wie wir die guten Tage mitnehmen. Und wenn die Tränchen kommen, dann ist das in Ordnung. Es bedeutet nur, dass der Zauber echt war. Bis bald, ihr Lieben. Eure Wanda.
Eure Wanda

